Banner: Ortsrand Sierscheid aus Richtung Harscheid

 

Lage und Informationen


Das Dorf in der Landschaft


Das Panorama kann durch Anklicken vergrößert werden

Sierscheid liegt im nördlichen Bereich der Eifel auf ca. 400 Metern Höhe. Auf drei Seiten ist der Ort von Feldern umgeben, während im Norden ein ausgedehntes Waldgebiet an den Wohnbereich angrenzt. Dabei fließt das Dorf förmlich in die umgebende Landschaft ein. Einen bildlichen Eindruck von der Gemeinde und ihrer Umgebung können Sie sich unter "Fotos und Videos" verschaffen. Auch der Fernsehbeitrag des SWR zum Opernsommer und über den Ort von 2010 gibt einen schönen Eindruck.

Nachbargemeinden sind Lind im Norden, Hönningen im Nordosten, Dümpelfeld und Insul im Süden sowie Schuld und Harscheid im Westen. Die Nachbarorte liegen jeweils relativ weit von Sierscheid entfernt.
Sierscheid liegt oberhalb der Ahr, die man auch zu Fuß von hier aus bequem erreichen kann.

Auch der Ahrsteig, der 2012 eingerichtet wurde, führt, von Insul kommend, an Sierscheid vorbei über die Dümpelhardt weiter nach Liers. Das obige Panorama wurde auf der Höhe von Lind auf dem Ahrsteig gemacht.


Das Wappen

Wappen Sierscheid

Kurzbeschreibung:
Das Sierscheider Wappen besteht aus einem silbernen Schildhaupt und weist in der Mitte eine aufragende schwarzen Spitze auf, die einen silbernen Krummstab bzw. einen Bischofsstab enthält. Rechts befindet sich ein schwarzes Kreuz, links ein rotes Johanniterkreuz. Da in der Heraldik die Wappenmotive vom Träger aus gesehen bezeichnet werden, sind für den Betrachter rechts und links vertauscht.

Entstehung:
1995 feierte die Verbandsgemeinde Adenau ihr 25jähriges Jubiläum. Hierzu sollte ein Wappenbuch der zugehörigen Ortsgemeinden erstellt werden. Da Sierscheid, wie viele der anderen Ortsgemeinden auch,  zu diesem Zeitpunkt kein Wappen führte, wurde die Erstellung eines solchen Wappens angestoßen.

Ein erster Entwurf wurde vom Landeshauptarchiv Koblenz am 17.05.1993 wegen bestehender Bedenken zurückgewiesen, da "Silber auf Silber stoße". Das Landesarchiv empfahl dabei "einen steigenden Keil, der bis zum oberen Schildrand reicht". Die darauffolgende Reinzeichnung folgt dieser Empfehlung und stellt die endgültige Gestaltung dar. Das Wappen wurde in der Sierscheider Gemeinderatsitzung vom 02.06.1993 beschlossen und am 23.07.1993 durch die zuständige Kreisverwaltung Ahrweiler genehmigt. An dem Abstimmungsprozess zwischen der Ortsgemeinde, der Verbandsgemeinde, dem Kreis Ahrweiler und der Landesregierung (Landeshauptarchiv Koblenz) war auch der Heraldiker Karl E. Becker beteiligt war, der die Einhaltung der heraldischen Regeln sicherstellte.

Wappenbeschreibung und -begründung von Herrn Becker:

Blasonierung:
Im von Silber durch einen steigenden schwarzen Keil gespaltenen Schild, darin ein aufsteigender silberner Krummstab, vorn ein schwarzes Balkenkreuz, hinten ein rotes Johanniterkreuz.

Begründung:
Bis zum Ende der Feudalzeit besaßen in Sierscheid das Kurfürstentum Köln und die Johanniterkommende Adenau gemeinsam die hohe und mittlere Gerichtsbarkeit. Bereits 1290 kommt Sierscheid zum kurkölnischen Amt Nürburg. (Ortschronik Sierscheid).
Die Symbole von Kurköln, ein schwarzes Balkenkreuz, und des Johanniterordens, ein sechsendiges Johanniterkreuz, dies in verwechselter Tinktur, stehen im ersten und zweiten Feld des Wappens.

Die um 1730 erbaute Kapelle hat den hl. Maternus zum Patron. Er ist zugleich auch Schutzpatron der Gemeinde. Sein Attribut, ein silberner Krummstab, steht in dem steigenden schwarzen Keil. Die Feldtinktur ist, im Hinblick auf die ehemals kurkölner Zugehörigkeit, bewusst schwarz gewählt.

Siehe auch "Wappen in der Verbandsgemeine Adenau".


Politische Zugehörigkeit
Sierscheid gehört zur Verbandsgemeinde Adenau und dem Kreis Ahrweiler, beides im nördlichen Rheinland-Pfalz gelegen. Als Ortsgemeinde besitzt Sierscheid einen eigenen Gemeinderat mit sechs Mitgliedern und einem Ortsbürgermeister.


Wirtschaft
Sierscheid ist frei von Industrie und Gewerbe. Nebenerwerbslandwirtschaft und Pferdezucht bestimmen die Struktur. Die überwiegende Anzahl der Bewohner verdient ihren Lebensunterhalt außerhalb des Dorfes. Einen Teil ihrer Einnahmen erwirtschaftet die Ortsgemeinde durch den Verkauf von Holz aus dem nach PEFC-Standard zertifizierten Gemeindewald.


Soziales und kulturelles Leben
Auf Grund der geringen Größe Sierscheids gibt es nur einen Verein: Die Dorfgemeinschaft Sierscheid e.V. Es bestehen aber sehr gute Beziehungen zu den Nachbarorten, in deren Vereine die Bewohner Sierscheids integriert sind.
Schulen und Kindergärten befinden sich ebenfalls in den umliegenden Gemeinden. Es wird großen Wert darauf gelegt, dass die Kinder und Jugendlichen des Dorfes frühzeitig für die Natur sensibilisiert und begeistert werden. Unter anderem werden hierzu Waldbegehungen unter fachkundiger Führung angeboten.

1981 wurde das Dorfgemeinschaftshaus gebaut, dass neben dem Dröschplatz, auf dem zu vielen Gelegenheiten ein Festzelt aufgestellt wird, Mittelpunkt des dörflichen Miteinanders ist. Das Dorfgemeinschaftshaus wird auch gegen eine geringe Gebühr vermietet. Fragen Sie uns einfach danach!

Die Dorfgemeinschaft ist darum bemüht, regionales Brauchtum in Sierscheid wach zu halten. Neben der Dorfkirmes im September gehört auch der Martinszug und das Entzünden des Martinsfeuers dazu. Natürlich wird im Mai auch ein Maibaum aufgestellt. Auch darüber hinaus veranstaltet die Dorfgemeinschaft jedes Jahr einige, teils wechselnde gemeinsame Aktivitäten. Erwähnt werden darf auch, dass die Erhaltung und Pflege des Gemeindeeigentums größtenteils in Eigenleistung erfolgt. So wurde der Dröschplatz 2016/2017 renoviert.

Von 2010 bis 2019 fand hier zehn Jahre lang im August auf dem Dröschplatz das für die Region einzigartige Musikfestival Sierscheider Opernsommer statt.


Baugestaltung und -entwicklung
Sierscheid ist in der Substanz ein gut erhaltenes Haufendorf mit charakteristischen Hofanlagen, die bewohnt sind, liebevoll unterhalten werden und (Stand Ende 2016) fast alle denkmalgerecht restauriert wurden.
Den Gegensatz hierzu bilden groß dimensionierte Wohnhäuser auf großzügigen Grundrissen mit meist ebenso großzügigen Grundstücken. Bei Neubauten wird Wert auf eine sensible Einpassung in das Gesamtgefüge geachtet. Auch die Restaurierung der Maternuskapelle, die zu einem großen Teil in Eigenleistung erfolgte, beweist das Gespür für regionaltypische Formen und Materialien.

Im Gegensatz zu manch anderem Eifeldorf gibt es in Sierscheid fast keine leer stehenden Gebäude. Für das gelungene Ortsbild und die Bemühungen um eine zukunftsfähige Gestaltung des Dorfs (was sich nicht nur auf die bauliche Gestaltung bezieht) hat Sierscheid etliche Preise erhalten.


Statistisches
 

Jahr

1970

1980

1990

2000

2010 2017

2021

Einwohnerzahl

86

79

85

100

89 91

89

Jahr

2023

         

 

Einwohnerzahl

88

           

Fläche
236 ha, davon 46,5 ha Gemeindefläche und 189,5 ha private Flächen.

Die Seite Meine Heimat des statistischen Landesamtes enthält die meisten wichtigen Daten über die Kommunen.


Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung
Der Wasserbedarf wird aus der Oleftalsperre gedeckt. Über die Verbindungsleitung Rupperath-Harscheid ist die Versorgung gesichert.
Seit 2006 ist der Ort voll kanalisiert. Die Ableitung erfolgt Richtung Insul. Die Abwasserklärung findet in der Kläranlage Dümpelfeld statt.


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